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Schäden & Unfall

Unfall mit dem Wohnmobil – was jetzt zu tun ist

Von der Unfallstelle bis zur Regulierung: worauf es bei Wohnmobilen besonders ankommt

Caravan-Gutachter Redaktion · 6 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 24.09.2026
4,9 / 5 bei GoogleCGF-MitgliedBundesweit vor OrtKosten trägt bei unverschuldetem Unfall die Gegenseite

Ein Unfall mit dem Wohnmobil trifft Sie meist unterwegs, oft mitten im Urlaub. Hier lesen Sie, wie Sie richtig reagieren und warum bei Wohnmobilen einiges anders ist als beim Pkw.

Warum ein Wohnmobil-Unfall besonders ist

Ein Wohnmobil ist Fahrzeug und Wohnung zugleich: ein Basisfahrzeug mit einem Wohnaufbau, Gasanlage, Wasser- und Elektrotechnik. Schon ein scheinbar kleiner Anstoß kann Aufbau, Verklebungen oder Einbauten beschädigen. Dazu kommt, dass Sie meist weit weg von zu Hause sind. Umso wichtiger ist es, an der Unfallstelle die richtigen Dinge zu tun und den Schaden anschließend vollständig begutachten zu lassen.

1Sofort an der Unfallstelle

Schalten Sie den Warnblinker ein, ziehen Sie die Warnweste an und stellen Sie das Warndreieck auf. Kümmern Sie sich um Verletzte und setzen Sie im Zweifel den Notruf 112 ab.

Beim Wohnmobil gilt zusätzlich: Drehen Sie die Gasflaschen zu, wenn der Aufbau beschädigt ist oder Sie Gasgeruch bemerken. Rufen Sie die Polizei, wenn es Verletzte gibt, der Unfallhergang strittig ist oder der Unfallgegner sich nicht ausweisen kann.

Wichtig: Gasanlage nach dem Unfall prüfen lassen

Nach einem Unfall mit Beschädigung am Aufbau sollte die Gasanlage vor der Weiterfahrt oder Nutzung von einem Fachbetrieb geprüft werden. Nutzen Sie Herd und Heizung erst wieder, wenn die Anlage freigegeben ist.

2Schäden am Wohnmobil richtig dokumentieren

Fotografieren Sie die Unfallstelle, die Fahrzeugpositionen und alle Schäden, auch aus der Entfernung. Notieren Sie Namen, Anschrift, Kennzeichen und Versicherung des Unfallgegners sowie Kontaktdaten von Zeugen.

Achten Sie beim Wohnmobil auch auf Stellen, die man leicht übersieht: Dachkanten, Aufbauecken, Heckgarage, Fahrradträger, Markise, Staukastenklappen und Unterboden. Risse oder Verformungen am Aufbau können später zu Undichtigkeiten führen.

3Nicht mehr fahrbereit? Abschleppen und Bergung

Ist Ihr Wohnmobil nicht mehr verkehrssicher, lassen Sie es abschleppen. Achten Sie darauf, dass der Abschleppdienst für Größe und Gewicht Ihres Fahrzeugs ausgerüstet ist – gerade bei Modellen über 3,5 t. Bei einem unverschuldeten Unfall gehören die Abschlepp- und Bergungskosten in der Regel zum Schaden, den die gegnerische Versicherung ersetzen muss.

Wir begutachten Ihr Wohnmobil auch direkt beim Abschleppunternehmen oder in der Werkstatt.

4Unfall im Urlaub: Begutachtung vor Ort

Viele Wohnmobil-Unfälle passieren weit weg vom Heimatort. Das ist kein Hindernis: Wir kommen bundesweit zu Ihnen – auf den Campingplatz, zum Stellplatz, in die Werkstatt oder später zu Ihnen nach Hause.

Bei einem Unfall im Ausland gelten besondere Regeln für die Regulierung. Lassen Sie sich in diesem Fall am besten anwaltlich beraten; auf Wunsch vermitteln wir Ihnen einen Anwalt für Verkehrsrecht.

5Gutachten: Basisfahrzeug und Wohnaufbau

Bei einem unverschuldeten Unfall dürfen Sie einen unabhängigen Sachverständigen selbst wählen – die Kosten trägt die gegnerische Versicherung, wir rechnen direkt mit ihr ab. Ein Wohnmobil-Gutachten erfasst Basisfahrzeug und Wohnaufbau in einem Dokument: Reparaturkosten, Wertminderung, Wiederbeschaffungswert und Reparaturdauer.

Nutzungsausfall ist bei Wohnmobilen, die nur in der Freizeit genutzt werden, rechtlich umstritten – sprechen Sie das mit Ihrem Anwalt ab.

6Reparatur und Nachweis

Beauftragen Sie die Reparatur erst, wenn das Gutachten vorliegt. Aufbauschäden gehören in eine Werkstatt mit Caravan-Erfahrung – gerne empfehlen wir Ihnen einen Fachbetrieb.

Nach der Instandsetzung kann eine Reparaturbestätigung sinnvoll sein, etwa bei einer Reparatur nach der 130-%-Regel oder für einen späteren Verkauf.

Checkliste nach dem Wohnmobil-Unfall

  • Unfallstelle sichern, Verletzte versorgen, ggf. Notruf 112
  • Gasflaschen zudrehen, wenn der Aufbau beschädigt ist
  • Fotos von Unfallstelle und allen Schäden machen
  • Daten von Unfallgegner und Zeugen notieren
  • Kein Schuldanerkenntnis unterschreiben
  • Unabhängigen Caravan-Gutachter beauftragen
  • Reparatur erst nach Vorliegen des Gutachtens beauftragen

Fazit: Ruhe bewahren und vollständig begutachten lassen

Nach einem Unfall mit dem Wohnmobil zählen zuerst Sicherheit und eine gute Dokumentation. Danach entscheidet ein vollständiges Gutachten über Basisfahrzeug und Wohnaufbau darüber, ob Sie Ihren Schaden vollständig ersetzt bekommen. Rufen Sie uns an – wir kümmern uns um den Rest.

Häufige Fragen

Muss ich nach einem Unfall mit dem Wohnmobil die Polizei rufen?

Bei Verletzten, bei Streit über den Unfallhergang, bei Verdacht auf Alkohol oder wenn der Unfallgegner sich nicht ausweisen kann, sollten Sie die Polizei rufen. Bei klaren Bagatellunfällen ist das nicht zwingend – eine gute Dokumentation ist dann umso wichtiger.

Wer zahlt das Gutachten nach einem unverschuldeten Wohnmobil-Unfall?

Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers muss die Kosten des Gutachtens tragen. Wir rechnen direkt mit der Versicherung ab.

Kommen Sie auch, wenn der Unfall im Urlaub passiert ist?

Ja. Wir sind bundesweit im Einsatz und begutachten Ihr Wohnmobil dort, wo es steht – auf dem Campingplatz, beim Abschleppdienst, in der Werkstatt oder bei Ihnen zu Hause.

Darf ich mit einem beschädigten Wohnmobil weiterfahren?

Nur wenn es verkehrssicher ist – also Beleuchtung, Reifen, Lenkung und Bremsen einwandfrei funktionieren und keine Teile abzufallen drohen. Im Zweifel lassen Sie es abschleppen und die Gasanlage prüfen.

Wie lange dauert das Gutachten für mein Wohnmobil?

Je nach Ersatzteilanfrage beim Hersteller liegt das Gutachten in der Regel nach 5–7 Tagen vor.